Erneut ergebnislose Verhandlungsrunde: Jetzt drohen Warnstreiks!
Die am 13. März 2012 in
Potsdam geführten Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes bei Bund und Kommunen sind ebenso wie die am 12. März geführten
Verhandlungen erneut ergebnislos vertagt worden.
„Jetzt haben wir zwar endlich ein Arbeitgeberangebot, aber eben ein
ausgesprochen schlechtes,“ erklärte Frank Stöhr, der dbb Verhandlungsführer und
1. Vorsitzende der dbb tarifunion nach Ende der Gespräche.
Bei den am 12. März 2012 in Potsdam geführten Tarifverhandlungen für die
Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen hat der dbb das
erste Angebot der Arbeitgeber abgelehnt. „Die Arbeitgeber haben 3,3 Prozent mehr
Einkommen bei einer Laufzeit von 24 Monaten geboten. Das ist kein Angebot, das
ist Augenwischerei“, sagte Frank Stöhr, 1. Vorsitzender der dbb tarifunion.
Stöhr: „Das ist nicht mehr als
die Fortschreibung der Reallohnverluste der vergangenen Jahre. Es scheint, die
Arbeitgeber in Bund und Kommunen wollen ihre Haushalte zu Lasten der
Beschäftigten sanieren.“
Stöhr verwies zudem darauf, dass dieses Angebot nicht geeignet sei, die massiven
Nachwuchsprobleme, vor denen der öffentliche Dienst in den nächsten Jahren
stehen würde, gerecht zu werden: „Wir müssen allein in den nächsten zehn Jahren
über 700 000 Beschäftigte altersbedingt ersetzen, dafür braucht man auch eine
wettbewerbsfähige Bezahlung. Andernfalls sehen wir auf einem zusehend umkämpften
Arbeitsmarkt bald alt aus.“
Der dbb Verhandlungsführer kündigte außerdem an, dass in der nächsten Woche mit
einer massiven Ausweitung der Warnstreiks und Protestaktionen
der Kolleginnen und Kollegen zu rechnen ist.
Stöhr: „Ich denke, es wird ein kraftvolles Signal an die Arbeitgeber geben, dass
die Beschäftigten eine gerechte Anerkennung für ihre Arbeitsleistung einfordern
und bereit sind, diese Anerkennung notfalls auch zu erzwingen.“
Hintergrund:
Der dbb fordert für die rund zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes von Bund und Kommunen eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 6,5
Prozent, jedoch mindestens 200 Euro. Auszubildende sollen übernommen und ihre
Vergütung um 100 Euro angehoben werden.
Redaktion: Cornelia
Krüger